Aschermittwoch

Der Aschermittwoch hat einen grau-bläulichen Klang. Kein anderer Tag  passt so musikalisch gut zur Asche wie der Mittwoch. Der Montag käme sowieso nicht in Frage, weil der ja im Rosenmontags-kleid daherspaziert. Ascherdienstag ist zu profan, Ascherdonnerstag zu mächtig und Ascherfreitag hört sich so an, als müßte das ganze Haus , von oben bis unten ,geputzt werden, Aschersamstag ist zu putzig und Aschersonntag glaubt einem keiner. So macht sich also der Aschermittwoch mitten in der Woche breit, wer ist noch bereit ihm zu frönen?

In der Kindheit bis hinein ins Jugendalter, hab ich mir mit Ehrfurcht Asche auf ´s Haupt streuen lassen. Dieser theatralische  Moment hat mich wunderlich leichtfüßig gemacht.

Die Zeit ist eine andere geworden.

Jetzt gibt es Asche in Urnen, sogar im Dorf.

was würde passieren wenn man Asche von einem  heimgegangenen „Gut-menschen“ auf die Häupter der Bleibenden streute ? Würde deren Geist frei von egomanem Wichtig-getue?

und wenn „der große Störer “ , der jetzt im amerikanischen Drüben rumtra(u)mpelt, von dieser exquisiten Asche was auf sein blondiertes Haupt gestreut bekäme, würden dann seine Sinne erblühen und er sehen was er verbricht?

Da fehlt mir dann doch der Glaube.

Heinrich Heine sagt:

„Die Herrlichkeit der Welt ist immer adäquat  der Herrlichkeit des Geistes , der sie betrachtet. Der Gute findet hier sein Paradies, der Schlechte genießt schon hier seine Hölle.“

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